Das Vokabular von Einkauf und Beschaffung entwirren
Es liegt auf der Hand: Um etwas zu bauen, braucht man Teile. Viele davon. Und in der Elektronik zählt jedes Bauteil, da es eine ganz bestimmte Funktion erfüllt. Doch in der Elektronik ändert sich mit zunehmender Komplexität des Schaltungsdesigns und den Funktionen des Endprodukts auch die Art und Weise, wie man an Bauteile herankommt. Man hört auf, einzelne Komponenten für seinen Prototyp zu kaufen oder zusammenzusuchen, und wechselt in die größere Welt von „Sourcing und Beschaffung“. Genau dann ändert sich auch das Vokabular.
Wenn Sie zu einer Beschaffung in größerem Umfang übergehen, kann es hilfreich sein, einige der Begriffe und Abkürzungen zu verstehen, die in Gesprächen mit Distributoren oder Lieferanten verwendet werden könnten. Und falls Sie neu in der Elektronikbranche sind: Seien Sie gewarnt, dass hier, ähnlich wie bei der NASA, jede Menge Abkürzungen verwendet werden.
Hier finden Sie eine – keineswegs vollständige – Liste einiger der gängigeren Begriffe, die Ihnen begegnen könnten. Seien Sie versichert, dass mit wachsender Verantwortung noch weitere Begriffe zu Ihrem Beschaffungswortschatz hinzukommen werden.
Hier ist unsere Liste der Einkaufs- und Beschaffungsbegriffe:
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- Agile Procurement (Agile Beschaffung) – Ein Beschaffungsstil, der weniger prozessgetrieben, dafür kollaborativer und schneller ist, um eine rasche Anpassung an geschäftliche Anforderungen und Marktgegebenheiten zu ermöglichen.
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- API (Application Programmable Interface, Anwendungsprogrammierschnittstelle) – Ein digitaler Standard, der es Softwareanwendungen auf unterschiedlichen Computern ermöglicht, miteinander zu kommunizieren.
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- Bill of Lading (Frachtbrief/Konnossement) – Ein Dokument, das Art, Menge und Bestimmungsort von Waren angibt, die von einem Frachtführer im Auftrag eines Versenders transportiert werden.
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- Bill To/Ship To (Rechnungsadresse/Lieferadresse) – Anweisungen an einen Lieferanten, Rechnung und Produkt an unterschiedliche Adressen zu senden.
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- Blanket Order (Rahmenauftrag) – Eine Bestellung für ein Produkt oder eine Dienstleistung, die mehrere Liefertermine über einen festgelegten Zeitraum abdeckt, in der Regel um bessere Preiskonditionen zu erzielen.
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- BOM (Bill of Materials, Stückliste) – Eine Liste der Materialien, Komponenten und Anweisungen, die zur Herstellung eines Produkts benötigt werden.
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- BOM Quoting (Stücklisten-Angebotserstellung) – Wenn ein Distributor die Angebotserstellung und Verwaltung einer Stückliste übernimmt.
- Category Management (Kategoriemanagement) - Ein strategischer Beschaffungsansatz, bei dem ähnliche Produkte gruppiert und die Ausgaben innerhalb dieser Kategorien zur Effizienzsteigerung segmentiert werden.
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- Certificate of Origin (Ursprungszeugnis) – Ein Dokument, das das Ursprungsland eines Produkts bescheinigt.
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- CLM (Contract Lifecycle Management, Vertragslebenszyklusmanagement) – Die digitale Verwaltung eines Vertrags von seiner Initiierung über die Ausführung bis hin zu einer möglichen Verlängerung.
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- Consignment (Kommission/Konsignation) – Eine Vereinbarung, bei der eine Partei Waren für eine andere Partei gegen eine Verkaufsprovision verkauft.
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- Demand Management (Bedarfsmanagement) – Eine Methodik zur Prognose und Steuerung der Nachfrage nach einem Produkt oder einer Dienstleistung.
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- EOL (End of Life, Lebensende) – Das Ende der Nutzungsdauer eines Produkts oder das Ende seiner Produktion.
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- ECN (Engineering Change Notice, technische Änderungsmitteilung) – Ein Dokument, das Designänderungen an einem Bauteil oder System autorisiert und dokumentiert.
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- EDI (Electronic Data Interchange, elektronischer Datenaustausch) – Eine Anwendung, die den digitalen Austausch von Dokumenten zwischen Computern ermöglicht.
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- E-Procurement (elektronische Beschaffung) – Ein digitaler Transaktionsprozess, der die Anforderung, Bestellung und den Kauf von Teilen und Dienstleistungen online ermöglicht.
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- Excess Inventory (Überbestand) – Teile, die über den unmittelbaren Fertigungsbedarf eines Unternehmens hinaus auf Lager sind.
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- Franchised Distributor (autorisierter Vertragsdistributor) – Ein Distributor, der eine feste Beziehung zu einem Hersteller unterhält, um dessen Produkte zu lagern und zu verkaufen.
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- Just-in-Time Purchasing (Just-in-Time-Beschaffung) – Ein System, das einer Produktionsstätte die benötigten Teile genau dann zur Verfügung stellt, wenn sie gebraucht werden, statt sie bis zum Bedarf auf Lager zu halten.
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- Kitting (Kommissionierung/Kit-Bildung) – Der Prozess, bei dem alle für eine Aufgabe benötigten Komponenten an einem einzigen Ort, dem sogenannten „Kit“, zusammengeführt werden. Dies bedeutet in der Regel, mehrere SKUs zusammenzufassen und dem Kit eine neue SKU zuzuweisen.
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- Lead Time (Vorlaufzeit) – Die Zeitspanne zwischen der Vergabe eines Bestelldokuments für ein Bauteil an einen Lieferanten und dem Eingang dieser Produkte beim Käufer.
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- LTB (Last Time Buy, letztmaliger Bestelltermin) – Das letzte Versanddatum für ein Produkt vor dem Ende seiner Herstellung.
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- LoL (Limit of Liability, Haftungsbegrenzung) - Eine Vertragsklausel, die eine Obergrenze für die finanzielle Haftung einer Partei gegenüber der anderen im Falle eines Vertragsbruchs, eines Fehlers, eines Schadens oder bestimmter Ereignisse festlegt.
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- Linear Pricing (lineare Preisgestaltung) – Ein Preismodell, bei dem sich der Preis eines einzelnen Produkts nach der gekauften Stückzahl richtet.
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- Master Distributor (Hauptdistributor) – Ein Distributor, der an andere Distributoren verkauft (Großhändler).
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- MOQ – Mindestbestellmenge.
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- NCNR (Non-Cancellable Non-Returnable, nicht stornierbar und nicht rückgabefähig) – Eine Bestellung, die aufgrund eines Rückgangs der Nachfrage nicht an einen Lieferanten zurückgegeben werden kann.
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- Parametric Search (parametrische Suche) - Eine (in der Regel digitale) Methode, mit der Nutzer nach Artikeln anhand bestimmter Merkmale oder Parameter wie Spezifikationen oder Preise suchen können.
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- RFP (Request for Proposal, Angebotsanfrage) – Ein Beschaffungsdokument, das verwendet wird, um ein Projekt anzukündigen, es im Detail zu beschreiben und Angebote von qualifizierten Lieferanten einzuholen.
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- RFQ (Request for Quote, Preisanfrage) – Ein Beschaffungsdokument, mit dem ein Lieferant um Preisoptionen für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung gebeten wird.
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- RMA (Return Material Authorization, Rücksendegenehmigung) – Eine Vereinbarung zwischen einem Kunden und einem Lieferanten, die Produktrücksendungen zur Erstattung innerhalb der Garantiezeit ermöglicht.
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- SKU (Stock Keeping Unit, Lagerhaltungseinheit) – Ein Strichcode, der einem Produkt zur Bestandsverfolgung zugewiesen werden kann.
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- Sole Sourcing (Einzelbeschaffung) - Eine Beschaffungssituation, in der nur ein einziger Lieferant in der Lage ist, einen Artikel oder eine Dienstleistung bereitzustellen, wodurch Wettbewerbsangebote ausgeschlossen sind.
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- Split Sourcing (geteilte Beschaffung) – Wenn ein Unternehmen zwei Bezugsquellen für dasselbe Produkt nutzt, um die Verfügbarkeit sicherzustellen.
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- Stock Allocation Allowance (Bestandszuteilungsspielraum) – Ein Prozess, der die Verteilung des Bestands eines Produkts oder Bauteils auf mehrere Standorte festlegt.
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- Tare Weight (Taragewicht) – Das Gewicht eines leeren Fahrzeugs oder Versandbehälters.
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- Value-Added (Mehrwert) – Die Steigerung des Werts eines Produkts für einen Kunden durch zusätzliche Funktionen oder Dienstleistungen.
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- Value-Added Distributor (Mehrwertdistributor) – Ein Distributor, der zusätzliche Funktionen oder Vorteile für die von ihm verkauften Produkte bietet.
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- Value Analysis (Wertanalyse) - Der Prozess, bei dem entlang der Lieferkette nach Möglichkeiten gesucht wird, Kosten zu senken, die Qualität zu verbessern und Verschwendung bei Produkten zu reduzieren.
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- VMI (Vendor Managed Inventory, lieferantenverwalteter Bestand) – Ein Bestand, der für einen Kunden von einem Distributor verwaltet wird.
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Definitionen für einige der vielen weiteren Begriffe, die im Elektronikdesign verwendet werden, finden Sie auch im digitalen Glossar unserer Freunde von CircuitBread. Sie erreichen es unter: www.circuitbread.com/glossary. Oder Sie schlagen einfach in einem Wörterbuch nach – aber die CircuitBread-Website macht deutlich mehr Spaß!
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